Tauffest an Himmelfahrt Infos

Liebe Eltern, liebe Taufinteressierten,

mit der Taufe feiern wir Gottes großes „Ja“ zu uns, das unser ganzes Leben lang gilt – egal wie unser Leben aussieht.

Wir feiern dabei auch, dass alle Getauften als Kinder Gottes eine Gemeinschaft bilden. Diese Gemeinschaft hält zusammen und unterstützt sich gegenseitig. So wird Gottes Liebe in unserem Leben sichtbar.

Manche Menschen/Familien wünschen keine „klassische“ Taufe in ihrer Kirche vor Ort. Das hat ganz unterschiedliche Gründe. Deshalb wird es auch dieses Jahr die Möglichkeit geben, sich an einem besonderen Ort und zu einer besonderen Zeit taufen zu lassen.

Die beiden Schwestergemeinden aus Hochzoll, St. Matthäus und Auferstehung, laden zu einem Gottesdienst an Christi Himmelfahrt Donnerstag, 14.05.2026, 10.00 Uhr am Kuhsee in Hochzoll Süd ein, in dem wir eine Taufe anbieten.

Alle ungetauften/nicht konfirmierten Kinder und Jugendliche, aber auch ältere Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte, die Interesse an der Taufe haben, können gerne diese Taufgelegenheit ergreifen.

Wir feiern einen bunten und fröhlichen Gottesdienst am See, der sich seit vielen Jahren größter Beliebtheit erfreut. Die Gestaltung des Gottesdienstes übernehmen die beiden Kirchengemeinden.

Es entstehen Ihnen dabei keine Kosten.

Wir laden Sie herzlich zu einem Informations- und Vorbereitungstreffen am Dienstag, 21.04.2026, um 17 Uhr in den Gemeindesaal der Auferstehungskirche (Garmischer Str. 6, 86163 Augsburg) ein.

Wenn Sie Interesse haben, dann melden Sie sich gerne vorher in einem der Pfarrämter an. Hier die Kontaktdaten:

Ev.-luth. Pfarramt der Auferstehungskirche: 0821/63020 oder pfarramt.auferstehung.a@elkb.de

Ev.-luth. Pfarramt St. Matthäus: 0821/62223 oder pfarramt.stmatthaeus.a@elkb.de

Natürlich können Sie aber auch spontan zu den jeweiligen Öffnungszeiten vorbeischauen.

Wir freuen uns auf einen tollen Himmelfahrtsgottesdienst mit vielen Taufen!

Herzliche Grüße

Mona Böhm, Pfarrerin in Auferstehung

Thomas Bachmann, Pfarrer in St. Matthäus

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Die Heilsbedeutung der Taufe (Taufseminar Alexander Garth)

1. Wurzeln der Taufe

1. Johannes der Täufer als Zeichen der radikalen Umkehr zu Gott und Reinwaschung von Sünden.

2. Jesus ließ sich taufen als Solidarisierung mit uns sündigen Menschen. . Mt 3,15

Am Anfang des Weges Jesu steht genau das gleiche wie am Ende, dass Jesus sich mit uns Sündern solidarisiert: “Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt, damit wir von dieser Schuld frei werden ...”  2. Ko 5,21

3. Missionsbefehl: Befehl ist: Macht zu Jünger! Taufe ist Ausführungsbestimmung.  Mt 28,19

 

2. Was schenkt Gott in der Taufe

1. Vergebung der Sünde Apg 2,38

2. Eingliederung in die Gemeinde Apg 2,41, 1. Ko 12,13

3. Tod des alten Menschen  Rö 6

Der alte Mensch ist bei Paulus, der Mensch, der von Sünde geprägt und regiert wird. In der Taufe vollzieht Gott sein Nein zu unserem alten Menschen. Taufe heißt: “Ich möchte, dass Du nicht so bleibst, wie du bist. Ich nehme dir deine Sünde und den alten Menschen ab.”

4. Die Taufe befreit uns aus dem Machtbereich der Finsternis und stellt uns in den Machtbereich Jesu. Kol 1,13. Die Taufe schenkt uns nicht nur Liebe und Gnade Jesu, sondern sie schenkt uns Jesus als Herrn unseres Lebens. Bei der Taufe wird über dem Leben eines Menschen die Herrschaft Jesu ausgerufen.

 

3. In der Taufe geschieht beides:  Handeln Gottes und Handeln des Menschen

In der Geschichte wurden diese beiden Aspekte immer wieder gegeneinander ausgespielt:

1. Gruppe: Taufe als Gehorsamsschritt: Sie behaupten einseitig, dass nur die Taufe von bekehrten, erwachsenen, gläubigen Menschen richtig sei. Taufe ist ein Bekenntnisakt und Gehorsamsschritt. Nur der Mensch handelt. Von Gottes Seite her geschieht nichts. Taufe ist also kein Handeln Gottes, sondern Handeln des Menschen als Antwort auf Handeln Gottes.

2. Gruppe: Taufe als Sakrament: Sie behaupten einseitig, dass allein Gott in der Taufe handelt ohne ein Zutun des Menschen. Der Mensch ist sozusagen lediglich Objekt, Empfangender, an dem gehandelt wird. (Sakramentalisten: Katholiken, Orthodoxe, teilweise Lutheraner): Gott handelt. Der Mensch ist zwar beteiligt, aber nur als Objekt, an dem gehandelt wird.

In der Bibel ist Taufe beides:  Sakrament und Gehorsamsschritt.

Beide Taufauffassungen, die sakramentale der großen alten Kirchen und die den Bekehrungsaspekt der Taufe betonende Auffassung der baptistischen und pentecostalen Kirchen sind zutiefst wahr. Aber erst beide sich scheinbar widersprechenden Aspekte Sakrament und Glaubensschritt machen das Wesen von Taufe aus. Beide Aspekte gehören zusammen. Sie beschreiben zwei unterschiedliche Perspektiven einer Wirklichkeit. Beide Aspekte sind nur scheinbare Widersprüche und verhalten sich zueinander wie das reformatorische “simul justus et pecator” (Der Mensch ist gleichzeitig ein Gerechter und ein Sünder). Wo immer ein Aspekt gegen den anderen ausgespielt wird, entfernt man sich von der umfassenden Wahrheit des Evangeliums und verrennt sich in einen Teilaspekt.

Die biblische Taufe ist eine Ellipse mit zwei Brennpunkten: Taufe als Sakrament und Taufe als Bekenntnis- und Gehorsamsschritt. In der Taufe schenkt Gott dem Menschen seine Gnade und der Mensch schenkt Gott seine Hingabe. Beides zusammen macht den Menschen des Heiles Christi teilhaftig. Taufe und Glaube errettet den Menschen aus seiner Verlorenheit (Mk 16,16).

   

Das magische Verständnis von Taufe “der Ritus macht den Christen”, ist unbiblisch und als Irrlehre abzulehnen. Daher ist auch die Lehre von der Taufwiedergeburt eine Irrlehre. Sie besagt, dass der Mensch Christ (also wiedergeboren) wird durch den Vollzug der Taufe. Die geistliche Wiedergeburt des Menschen ist ein Geschenk Gottes, das dem Menschen dargereicht wird in der Taufe und das er annimmt in seiner Bekehrung. Das heißt: ohne Taufe und Umkehr (Busse) keine Errettung und Gotteskindschaft.

4. Zeitpunkt der Taufe

1. Ist es richtig Säuglinge zu taufen?

Ist die Reihenfolge wirklich wichtig: erst Glaube, dann Taufe Mk 16,16 ?

2. Wurden Säuglinge im NT getauft?

Nicht beweisbar. Es wurden ganze Häuser (Familien) getauft.

3. Im NT Reihenfolge 1) Verkündigung 2) Taufe. Hat Gott diese Reihenfolge festgelegt, oder ist sie geschichtlich bedingt, gilt sie nur für missionarische Situation, in der neue Menschen für Jesus gewonnen werden?

4. Die Haustafeln im NT reden Kinder als christliche Kinder an (Eph 6,1ff)

5. Säuglingstaufe nachweisbar ab Jahr 200

 

5. Die Zusammengehörigkeit von Glaube und Taufe

Glaube kann Antwort (Lutheraner) oder Voraussetzung (Baptisten) für Taufe sein. Wichtig ist: Glaube und Taufe gehören zusammen. Die Reihenfolge ist nicht von Gott gegeben. Die Kindertaufe schreit nach der Bekehrung. Ein Getaufter, der ohne Jesus lebt, ist jemand, der zum Heil berufen ist, aber ohne Heil lebt.

 

6. Was bedeutet Getauftsein für uns?

Die Grundlage für mein Leben und für meinen Glauben kann nicht meine Bekehrung sein (bei der Bekehrung spielt viel Menschliches eine Rolle, manche bekehren sich 3X). Ich kann nicht an meine Lebensübergabe oder Bekehrung glauben. Das ist kein sicheres Fundament. Ich kann nur an Jesus glauben, der in der Taufe einen Bund mit mir schließt, lebenslang mein Herr und Retter zu sein. Luther: Taufe ist ein Schiff, an das ich immer wieder heranschwimmen kann und hineinklettern kann.

Solidarisiert: “Gott hat Christus, der ohne jede Sünde war, mit all unserer Schuld beladen und verurteilt, damit wir von dieser Schuld frei werden …”  2. Ko 5,21

 

St. Matthäus Redakteur

Datum

25. März 2026

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