Was bedeutet Kirche für Jugendliche heute?
Diese Frage haben wir den Jugendlichen aus St. Matthäus weitergegeben – und viele ehrliche, berührende Antworten zurückbekommen. Aus einzelnen Zetteln ist ein starkes Gesamtbild entstanden:
Kirche ist für unsere Jugendlichen vor allem
· Zuhause
· Familie
· Gemeinschaft
· und ein Ort, an dem Gott erfahrbar wird.
Immer wieder tauchen dieselben Worte auf: Gemeinschaft, Familie, Heimat, Geborgenheit. Kirche ist ein Ort, an dem Freundschaften entstehen und wachsen, an dem man sich gesehen fühlt und gemeinsam unterwegs ist.
Viele beschreiben die Gemeinde als zweite Familie – als einen Raum, in dem man gemeinsam lernt, im Glauben wächst, ermutigt wird und Gott erlebt. Kirche ist für sie kein abstrakter Begriff, sondern ein lebendiger Ort voller Liebe, Offenheit, Spaß und echter Beziehungen.
Besonders spürbar ist dabei ein Aufbruch in der Jugend. Da ist eine tiefe Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach der Bibel, nach Gebet und ehrlichem Austausch. Jugendliche suchen nicht nach schnellen Antworten, sondern nach Tiefe, nach Sinn und nach einem Glauben, der ihr Leben berührt. Aus dieser Sehnsucht heraus entstehen neue Formen des Miteinanders – Hauskreise, kleine Gruppen, geistliche Gemeinschaft im Alltag. Jugendliche kommen nicht nur in die Kirche, sie sehen sich als Teil der Kirche. Sie gestalten mit, bringen sich ein und erleben Glauben als etwas Lebendiges.
Diese Erfahrungen spiegeln sich auch in unserer gemeinsamen Vision wider: „Die JAM aus St. Matthäus schafft für Jugendliche ein Zuhause – einen Ort für echte Freundschaften und gute Begegnungen. In der JAM feiern wir Gott, der jeden einzigartig gemacht hat, der uns liebt und reifen lässt. Gemeinsam wollen wir unsere Beziehung mit Jesus vertiefen und seine Hoffnung in unser Umfeld tragen.“ Kirche wird dort erfahrbar, wo junge Menschen ein Zuhause finden, wo sie Gott feiern dürfen, so wie sie sind, und wo sie im Glauben wachsen können – miteinander und mit Jesus im Zentrum. Auch die Zeit der Renovierung im JAM-Raum hat dazu beigetragen. Weil wir uns in Wohnzimmern getroffen haben, sind wir enger zusammengerückt. In kleinen, persönlichen Runden durfte Gemeinschaft neu wachsen. Viele haben diese Zeit als wohltuend erlebt – fast wie eine Art Heilung nach der schweren Corona-Zeit. Nähe, Gespräche, gemeinsames Beten und Lachen haben gezeigt, wie tragfähig Gemeinschaft sein kann und wie sehr sie stärkt. All das macht Mut. Es erfüllt uns mit Dankbarkeit zu sehen, wie Jugendliche Kirche als Heimat entdecken und ihren Glauben lebendig leben.
Wir dürfen hoffnungsvoll in die Zukunft ge-hen, weil Gott selbst seine Gegenwart verheißen hat – und weil sein Auftrag nach wie vor
gilt: Gemeinschaft zu leben, Glauben zu teilen und Hoffnung weiterzutragen.
Oliver Schäfer