Samuels Auslandszeit in Australien

Wie war die Anfangszeit so weit weg von zu Hause?

Die erste Zeit war ehrlich gesagt ziemlich stressig. Es gab unendlich viele organisatorische Dinge zu erledigen – von der Steuernummer (Tax File Number) bis hin zur australischen SIM-Karte. Gleichzeitig wollten wir sofort einen Job finden, um arbeiten zu können. Es war nicht ganz einfach, das alles unter einen Hut zu bekommen, alle Fristen einzuhalten und bloß nichts Wichtiges zu vergessen.

Was hat dich in Australien gestärkt und aufgebaut?

Ich habe dort drei andere junge Leute kennengelernt, die ebenfalls Christen waren. Ab meinem vierten oder fünften Monat war ich dadurch in einem richtig guten christlichen Umfeld. Mit ihnen bin ich in die Gemeinde gegangen, wir haben gemeinsam gebetet und ab und zu in der Bibel gelesen. Das hat mir extrem viel Kraft gegeben.

Wie ging es dir in dieser Zeit mit deinem Glauben?

In der ersten Phase fühlte sich mein Glaubensleben eher etwas trocken und „fade“ an. In den ersten vier Monaten fehlte mir einfach die Gemeinschaft im Glauben, und ich habe mich ehrlich gesagt gar nicht so viel um Gott gekümmert. Genau dadurch ist mir aber klar geworden, wie unglaublich wichtig es ist, in einer christlichen Gemeinschaft unterwegs zu sein – sich auszutauschen, Standpunkte zu teilen und den Glauben gemeinsam mit anderen zu leben.

Wo musstest du in Australien Mut beweisen?

Ein ziemlich mutiger Schritt war, als mir langsam das Geld ausging. Das Einzige, was mir noch blieb, war eigentlich das Geld für den Rückflug nach Hause. Ich habe mich dann trotzdem getraut, dieses letzte Geld komplett in einen Lkw-Führerschein zu investieren. Das war zwar ein Risiko, aber genau dadurch habe ich am Ende einen Job in einer Mine bekommen!

Hat sich deine Beziehung zu Gott durch die Zeit verändert?

Ja, sehr. Weil ich in den ersten vier Monaten so wenig mit dem Glauben am Hut hatte, habe ich in den darauffolgenden fünf Monaten umso deutlicher begriffen: Der Glaube ist enorm wichtig, und es tut gut, ihn ganz bewusst fest in den eigenen Alltag einzubinden.

Philip Künkel + Helene Grühn mit Samuel Bahr

 

 

 

St. Matthäus Redakteur

Datum

24. Oktober 2026

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