Wenn das Christentum falsch ist, ist es bedeutungslos; wenn es stimmt, ist es von unendlicher Bedeutung. Was es nicht sein kann: ein bisschen wichtig.“
Diese Behauptung stammt von C. S. Lewis, der im 20. Jahrhundert in England lebte. Er wurde durch seine Lehrtätigkeit an den renommierten Universitäten Oxford und Cambridge sowie durch seine zahlreichen Bücher, wie etwa „Die Chroniken von Narnia“, bekannt.
Seine Aussage ist provokant, denn sie widerspricht einer weit verbreiteten Meinung: Der christliche Glaube sei nur ein schöner Zusatz zum Leben. Er sei vielleicht hilfreich oder inspirierend, aber nicht wirklich entscheidend.
In Deutschland gehören rund 46 % der Bevölkerung einer christlichen Konfession an. Viele davon würden sich vermutlich auch als Christen oder als gläubig beschreiben. Aber was bedeutet das eigentlich, zu glauben? Ist Glaube nur eine Tradition? Ein Gefühl? Eine persönliche Meinung? Oder geht es um die Frage, was wahr ist?
Was ist wahr?
Diese Fragen haben mich besonders am Anfang meines Theologiestudiums beschäftigt. Ich bin in einer christlichen Familie aufgewachsen; meine Eltern waren beide Pfarrer, weshalb der Glaube schon immer eine große Rolle in meinem Leben spielte. Doch an der Universität wurde plötzlich vieles hinterfragt, was für mich selbstverständlich war. Das hat mich überrascht und herausgefordert. Ich habe mir die Frage gestellt: Warum glaube ich eigentlich, was ich glaube?
Ich wollte nicht einfach nur glauben, was mir meine Eltern erzählten, was mir in der Gemeinde begegnet ist oder was mir an der Uni vermittelt wurde. Ich wollte herausfinden, was wirklich wahr ist. Also fing ich an, mich auf die Suche zu machen. Dabei war für mich eine grundlegende Haltung wichtig: Ich wollte Gott so kennenlernen, wie er ist, und nicht, wie ich denke, dass er sein sollte.
Denn davon bin ich überzeugt: Wenn es Gott gibt, dann ist es das Wichtigste im Leben, ihn zu kennen. Aber wie geht das? Ich kann mir Gedanken über Gott machen, aber wer sagt mir, dass sie wahr sind?
Wie geht das?
Der einzige Weg, wie ich etwas über Gott erfahren kann, ist, dass er sich selbst zeigt. In der christlichen Tradition nennt man das „Offenbarung“: Gott bleibt nicht verborgen, sondern macht sich erkennbar. Er stellt sich sozusagen den Menschen selbst vor. Christen glauben, dass Gott dies in Jesus getan hat. In Jesus wurde Gott selbst Mensch und hat gezeigt, wer er ist. Schauen wir auf das Leben Jesu, seine Worte und sein Handeln, dann können wir darin erkennen, wie Gott ist.
Hat sich Gott in Jesus gezeigt?
Das ist natürlich ebenfalls eine Behauptung. Es stellt sich also die Frage: Hat sich Gott in Jesus gezeigt? Hier wird deutlich, was C. S. Lewis mit seinem Zitat meint: Wenn Gott sich nicht in Jesus gezeigt hat, ist der christliche Glaube letztlich bedeutungslos. Wenn es aber stimmt, dann verändert das alles. Nur „ein bisschen wichtig“ kann Jesus nicht sein.
In meiner Suche nach der Wahrheit und damit nach Gott habe ich verschiedene Stationen durchlebt. Mal dachte ich, ich würde Gott immer besser verstehen, mal war ich kurz davor, den Glauben ganz aufzugeben. Aber auf dem ganzen Weg durfte ich erfahren, wie Gott mir immer wieder begegnet ist – häufig durch die Bibel, in der erzählt wird, wie Gott sich in der Geschichte und in Jesus gezeigt hat, oder durch andere Menschen, mit denen ich geredet habe. In manchen Momenten durfte ich Gott auch ganz persönlich erfahren.
Meine Beziehung mit Gott
Jede dieser Stationen hat mich ein Stück weitergeführt und meinen Glauben vertieft. Heute erlebe ich meinen Glauben als den größten Schatz meines Lebens. Die Beziehung mit Gott ist für mich eine Quelle von Kraft, Halt und Freude. Ich darf erleben, dass da immer jemand ist, der mich hört, der mich sieht und der mich liebt. Manchmal spüre ich das und manchmal nicht, doch diese grundlegende Gewissheit trägt mich.
Es gibt noch mehr zu entdecken
Auch heute bin ich nicht fertig mit meiner Suche nach Gott. Er ist so viel größer als mein Verstand, und ich werde mein Leben lang noch Neues über ihn lernen. Ich finde das schön, weil das heißt: Es gibt noch mehr zu entdecken und mehr zu erleben. Auch wenn die Suche nicht immer leicht ist, kann ich doch sagen, dass es sich lohnt.
Deshalb möchte ich dich ermutigen: Mach dich auf die Suche nach Gott. Sei mutig, die wichtigen Fragen des Lebens zu stellen. Denn wenn es stimmt, dass Gott sich gezeigt hat und heute noch zeigt, dann ist diese Suche nicht nebensächlich. Dann ist sie von unendlicher Bedeutung.
Dominik Ranke