Aktuelle Congo-News

Der Vulkanausbruch –

Es war eigentlich ein gewöhnlicher Samstagabend, als plötzlich Lava aus dem Krater des Nyiragongo-Vulkans spuckte und bedrohnte die Stadt Goma, im Osten der Demokratischen Republik Kongo, zu bedecken. In Panik verließen Tausende von Menschen Ihre Häuser noch in der selber Nacht. Über 500 Kinder wurden in dem Chaos der Flucht von ihren Eltern getrennt. Ein Teil der Lava hatte sich in die Stadt gewälzt, stoppte dann aber über Nacht. Aufgrund schwerer Erdbeben in den darauffolgenden Tagen und gefürchteten Lavaaktivitäten im Untergrund der Stadt bestand dennoch weiterhin die Gefahr, dass Lava und giftige Gase vom Untergrund durch die Erdrisse in die Stadt eindringen würden. Etwa 400.000 Menschen mussten ihr Zuhause und Goma verlassen. Sie sind bis heute in Gastfamilien oder Notunterkünften in öffentlichen Gebäuden wie Klassenzimmern oder Kirchen untergebracht. Einige schlafen ungeschützt unter freiem Himmel.

 

38 Kinder finden Zuflucht

Der Morgen nach dem Ausbrauch, es war der Pfingstsonntag, waren Pappy und ich gerade bereit den Gottesdienst über Livestream zu verfolgen, als wir einen Anruf von einem Waisenhaus in Goma erhielten. Einer der Mitarbeiter, dessen Wohngegend vom Lava überrollt wollte, suchte nun im Waisenhaus selbst mit seiner Familie Zuflucht. Mit sich brachte er 40 Kinder, die ihre Eltern auf der Flucht verloren hatten. Er fand sie auf seinem Weg und brachte sie mit sich in Sicherheit. Zum Glück musste das Waisenhaus nicht evakuiert werden. Es liegt in der bisher nicht evakuierten Zone. Die Elternlosen Kinder sind inzwischen bei den Behörden gemeldet, über Statusmeldungen in Social Media und Mitteilungen in lokalen Radiosenden versuchen wir die Eltern ausfindig zu machen. Bisher konnten wir 3 Kinder zu ihren Eltern zurückführen.

Die Not

Seitens der Militärregierung der Provinz und auch des Präsidenten kommt bis heute (Stand 9. Juni) keine Unterstützung. Der Präsident hat sich nicht einmal in einer öffentlichen Ansprache an seine Bürger gewandt. Sie sind auf sich alleine gestellt und komplett auf fremde Hilfe angewiesen. Als unser Team vor Ort sich mit Betroffenen, die ihre Häuser verloren hatten oder diese verlassen mussten, war die große Not schnell klar: Es fehlt an Essen und Zugang zu sauberem Trinkwisser. Öffentliche Wasserquellen wurden versperrt, da eine Verunreinigung durch Gase und chemische Substanzen durch den Vulkanausbrauch gefürchtet wird. Genau da möchten wir als Focus Congo unterstützen und nicht nur die Kinder in unserem Waisenhaus, sondern auch geflüchtete Familien mit Essenspaketen zu unterstützen. Darin enthalten sind u.a. Reis, Mehl, Bohnen, Öl, Salz, Zucker aber auch Trinkwasser, Seife und notwendige Kochuntensilien wie Kohle und Töpfe. Für jede Unterstützung dabei sind wir dankbar. Die Essensverteilungen finden statt im Waisenhaus, aber auch in Sake – einem Ort 30 km außerhalb Gomas, an dem sich die meisten Geflüchteten Familien dicht gedrängt aufhalten.

 

Noch ein Update zum Container – was ist seit dem letzten Gemeindebrief passiert?

Dort haben wir berichetet von einem Container voller Hoffnung, den wir unserem Partnerkrankenhaus zukommen lassen wollen. Und inzwischen ist der Container gepackt! Unter anderem mit Beatmungs- und Narkosegeräten, ein Laparoskopischer Turm, Monitoren elektrische Spritzpumpen und etliche chirurgische Instrumente für den OP-Saal, Orthesen, Rollstühle, Notfallkrankenbetten, Rollstühle und vielem mehr. Der 40 Tonnen große HC Container ist bis zum Rande voll gepackt. Der komplette Inhalt wurde uns gespendet von Krankenhäusern und Firmen in Baden-Württemberg und auch Bayern. Es war ein Projekt, das wir aus Glauben heraus gestartet haben, um ein Segen für die Kranken und Schwachen im Kongo zu sein und unser Partnerkrankenhaus zu unterstützen. Etwa 2/3 der Transportkosten konnten wir bisher durch Spenden zusammensammeln. Im Glauben, dass auch noch der Rest finanziert wird, haben wir den Container bereits mit dem Schiff Richtung Tansania geschickt. Dort soll er am 15. Juni ankommen. Dann dauert die LKW Reise in den Kongo weitere 5-7 Tage.

Die anstehende Kongoreise

Um den Container vor Ort in Empfang zu nehmen, aber auch nochmals die Situation in Goma zu evaluieren und zu schauen, wo und wie wir weiter helfen können, wird Pappy Ende Juni wieder für einige Tage in den Kongo reisen. Begleitet wird er von einem Team aus Deutschland und den USA, u.a. medizinisches Fachpersonal, die die medizinischen Sachspenden dort zu installieren und lokale Ärzte einweisen werden. Wir sind von Herzen dankbar für jedes Gebet, jede finanzielle Unterstützung und Ihr Vertrauen in unsere Arbeit!

Für das Focus Congo Team, Svenja und Pappy Rwizibuka

 

Spendenbescheinigungen sind möglich direkt an:

Focus Congo e.V.: IBAN DE49 5206 0410 0005 0015 10, BIC: GENODEF1EK1, Evangl. Bank eG

Stichwort: Vulkan oder Stichwort: Container

 

Mehr Infos über Focus Congo: www.focuscongo.com

 

 

Albrecht Fietz

Datum

9. Juni 2021